Der Apparat (Fotobuch)

In der Öffentlichkeit wird das Bild eines Staates wohl am ehesten durch den Fokus auf die herausragenden und entscheidenden Ereignisse definiert. Hierbei verknüpft sich das allgemeine Erscheinungsbild eines Landes eng mit den Persönlichkeiten seiner politischen Würdenträgerinnen und Würdenträger. Hinzu mischen sich subjektive Assoziationen, gespeist aus den ikonenhaften Motiven der Medien: Häufig groß und pompös, manchmal auch gewalttätig und brutal. Im schlimmsten Fall besetzen visuelle Fluten von Krisen, Konflikten oder gar Kriegen, die Herrschaft über die Wahrnehmung einer bestimmten Regierung oder einer gesamten politischen Strömung. Es entstehen stilisierte Superlativen, meist durchsetzt mit Klischees.

 

Fernab dieser Bildgewalt findet die tatsächliche, für die Bevölkerung oft unsichtbare Arbeit der gewählten Repräsentantinnen und Repräsentanten statt. Als Speerspitze ist diesen ein immenser, in seiner Gesamtheit kaum greifbarer Apparat unterstellt: die Bundesrepublik Deutschland. Unterteilt in die Organe und Institutionen der Exekutive, der Judikative und der Legislative. Mit Millionen von Angestellten, die in unzähligen Ministerien, Behörden und Dezernaten das Land organisieren und verwalten. Deren Alltagsorte, in Form von Kantinen, Fluren, Amtszimmern, Besprechungsräumen und Plenarsälen, liefern die täglichen Schauplätze für politische Absprachen, Prozesse und Klüngeleien. Erst aus diesen schier unendlichen Netzwerken, kristallisiert sich das große Ganze. Das, was gemeinhin als deutscher Staat wahrgenommen wird.

 

Das Fotobuch »Der Apparat« beleuchtet die kleinteiligen Aspekte in den administrativen und politischen Netzwerken des Bundesland Saarland. Im Endeffekt soll so eine fragmentarische Darstellung der Bandbreite staatlicher Ereignisse, Prozesse und Schnittstellen entstehen.

 

Shortlisted unter den 10 Finalist*innen des Fiebre Dummy Award 2020.

 

Dummy Ansicht
Layout von Carina Schwake
Das Buch erscheint voraussichtlich im September 2021